Ohne Fachkraft keine Teilhabe

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist ein Menschenrecht – doch sie ist kein Selbstläufer. Damit Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung dieses Recht tatsächlich wahrnehmen können, braucht es vor allem eines: qualifizierte Fachkräfte, die sie im Alltag begleiten, unterstützen und stärken.

Mit dem Projekt „Ohne Fachkraft keine Teilhabe“ macht der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) auf genau diesen Zusammenhang aufmerksam. Denn Teilhabe entsteht nicht abstrakt, sondern ganz konkret im Alltag – in Wohneinrichtungen, in der Sozialpsychiatrie, in der Assistenz, in der Arbeit und in der Freizeitgestaltung.

Fachkräfte als Grundlage von Inklusion

Heilerziehungspfleger:Innen, Heilpädagog:Innen, Erzieher:Innen, Sozialarbeiter:Innen, Ergotherapeut:Innen und Pflegefachpersonen leisten täglich einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf selbstbestimmt leben können. Sie begleiten, fördern, stabilisieren und ermöglichen soziale Kontakte, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.

Ohne diese Fachkräfte würden viele Unterstützungsleistungen nicht oder nur eingeschränkt stattfinden können. Damit wäre echte Teilhabe für viele Menschen kaum möglich.

Der Fachkräftemangel als zunehmende Herausforderung

Gleichzeitig steht die Eingliederungshilfe und Sozialpsychiatrie vor einer wachsenden Herausforderung: dem Fachkräftemangel. Viele Einrichtungen berichten von unbesetzten Stellen, hoher Belastung im Team und schwierigen Rahmenbedingungen im Alltag.

Die Folgen sind deutlich spürbar: Unterstützungsangebote müssen eingeschränkt werden, individuelle Begleitung wird schwieriger und Teilhabechancen können sich dadurch verringern. Damit wird nicht nur die Arbeit der Fachkräfte belastet, sondern auch das Recht auf Teilhabe der begleiteten Menschen beeinträchtigt.

Ein Thema, das auch unsere Schule bewegt

Auch unsere Schule hat sich im Rahmen der Aktion „Ohne Fachkraft keine Teilhabe“ mit dem Thema auseinandergesetzt. Schülerinnen und Schüler der Heilerziehungspflege und der Heilerziehungsassistenz beschäftigten sich im Unterricht mit der Bedeutung von Fachkräften für gelingende Teilhabe und setzten sich dabei intensiv mit der Rolle ihres zukünftigen Berufs auseinander.

Die Ergebnisse dieser inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema wurden auf unterschiedliche Weise sichtbar gemacht – unter anderem durch Fotos, kurze Videos und Gespräche im Unterricht.

Darüber hinaus haben viele Auszubildende das Thema in ihre Ausbildungsbetriebe mitgenommen und dort mit Kolleginnen und Kollegen darüber gesprochen. So wurde die Aktion auch in die praktische Ausbildung hinein getragen und dort weitergedacht.

Denn Fachkräfte sind keine „Ergänzung“ im System – sie sind die Grundlage dafür, dass Teilhabe überhaupt möglich wird.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

„Ohne Fachkraft keine Teilhabe“ verdeutlicht die zentrale Bedeutung qualifizierter Fachkräfte für gelingende Teilhabeprozesse. Damit diese langfristig gesichert werden können, braucht es unterschiedliche Beiträge aus Politik, Trägern, Ausbildung und Gesellschaft.

Im Mittelpunkt steht dabei das gemeinsame Ziel, die Rahmenbedingungen in den sozialen und pflegerischen Berufen so zu gestalten, dass Fachkräfte ihre Arbeit gut und verlässlich ausüben können. So kann Teilhabe im Alltag stabil und kontinuierlich ermöglicht werden.

Mehr zur Aktion „Ohne Fachkraft keine Teilhabe“ und ihren Hintergründen.