Austausch, Zusammenarbeit und Perspektiven zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen
Projektüberblick: Internationale Zusammenarbeit seit vier Jahren
Von Montag bis Donnerstag war eine Gruppe von elf Studierenden aus Belgien zu Gast am Institut für Soziale Berufe (IfSB) in Ravensburg. Die Kooperation mit der Erasmus Hochschule in Brüssel besteht inzwischen seit vier Jahren und hat sich als fester Bestandteil des internationalen Austauschs etabliert.
Jährlich werden zwei Projekte durchgeführt:
- in Ravensburg zum Thema „Sterbehilfe“
- in Brüssel zum Thema „Mutter-Kind-Gesundheit“
Für das Projekt in Ravensburg kommen Studierende der Pflege aus dem zweiten und dritten Semester mit Auszubildenden der Pflege aus dem zweiten Ausbildungsjahr zusammen. Gemeinsam bearbeiten sie zwei unterschiedlich gelagerte Fallbeispiele und setzen sich intensiv mit den gesetzlichen, medizinischen, pflegerischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Belgien und Deutschland auseinander.
Ein zentraler Diskussionspunkt ist dabei die rechtliche Situation in Belgien, wo aktive Sterbehilfe seit einigen Jahren unter strengen Voraussetzungen erlaubt ist.
Im Anschluss reisen deutsche Auszubildende nach Brüssel, um dort am Projekt „Mutter-Kind-Gesundheit“ teilzunehmen. Die Gruppengröße liegt aktuell bei 10 bis 11 Teilnehmenden pro Land und ist damit im Vergleich zu den Anfangsjahren (5–6 Personen) deutlich gewachsen.
Projektablauf: Von der digitalen Vorbereitung zur intensiven Präsenzphase
Der Einstieg in das Projekt erfolgt über zwei Online-Treffen:
Zunächst lernen sich die Teilnehmenden persönlich kennen, anschließend stellen sie sich gegenseitig die Pflegeausbildungssysteme in Belgien und Deutschland vor.
In der darauffolgenden Präsenzphase arbeiten die Gruppen gemeinsam an Fallbeispielen zu den Themen:
- Sterbehilfe bei nicht unheilbar erkrankten Personen
- Sterbehilfe bei unheilbar erkrankten Personen
Die Projektarbeit wurde durch mehrere Fachvorträge ergänzt:
- Herr Rodrigo Otey referierte über aktive und passive Sterbehilfe in Deutschland
- Herr Dr. Dennis Demedts stellte die Situation in Belgien vor und leitete eine Diskussionsrunde
- Herr Dr. Heino Hügel, ärztlicher Leiter von Clinic Home Interface, gab Einblicke in die ambulante Palliativversorgung in Oberschwaben
Ein Besuch im Hospiz Ravensburg ermöglichte den Teilnehmenden zusätzlich einen praxisnahen Einblick in die Hospizarbeit.
Kultureller Austausch in Ravensburg
Neben der fachlichen Arbeit spielte auch der interkulturelle Austausch eine wichtige Rolle. Bei einer Stadtführung durch Ravensburg erhielten die Gäste Einblicke in die Geschichte der Stadt – darunter die Zeit der Hexenverfolgung, die Entwicklung von Ober- und Unterstadt sowie der historische Hochzeitsraum im Rathaus.
Abschluss und Fazit: Erfolgreiche Zusammenarbeit
Den Abschluss der Projektwoche bildeten die Präsentationen der Arbeitsergebnisse. Die Teilnehmenden arbeiteten konzentriert, offen und kooperativ zusammen. Die Ergebnisse wurden professionell aufbereitet und anschaulich präsentiert.
Die Rückmeldungen waren durchweg positiv: Viele Teilnehmende wünschen sich, dass dieses Projekt auch in Zukunft fortgeführt wird.
Ein voller Erfolg – und ein starkes Zeichen für gelebte internationale Zusammenarbeit in der Pflegeausbildung!






